Michael Schmitz war Professor für Agrarpolitik, hatte zuletzt einen solchen Lehrstuhl an der Justus-Liebig-Universität in Gießen inne und war viele Jahre Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik beim Bundeslandwirtschaftsministerium. Er hat jetzt eine Art „Brandbrief“ veröffentlicht, in welchem er die deutsche Landwirtschaft in ihrer Existenz bedroht sieht. Es würden – so Schmitz – übersteigerte Anforderungen an die Landwirtschaft gestellt, und zwar auf den Gebieten des Umwelt-, des Klima- und des Tierschutzes. Das übersteige in der Summe und mit der Dynamik, die Gesetz- und Verordnungsgeber sowie Agrarverwaltungen an den Tag legten, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft. Es müssten, so Schmitz weiter, für alle neuen Standards, Verbote und Lenkungsmaßnahmen die Folgen sorgfältig abgeschätzt werden. Dies gälte auch für die Empfehlungen der sog. Borchert-Kommission, die Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats beim BLME und für die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Es fehle an hinreichendem Verständnis für die Bauern. Auch die moderne konventionelle Landbewirtschaftung müsse als effizienter und effektiver Weg zur Umsetzung von Nachhaltigkeit akzeptiert werden.

Das Papier „Die deutsche Landwirtschaft im ‚perfekten Sturm‘ – Ein systemrelevanter Schlüsselsektor mit Existenzsorgen“ kann z.B. im Agra-Europe-Letter Nr. 1/2021 (04.01.2021) nachgelesen werden, und zwar als Sonderbeilage in den Länderberichten; ebenda findet sich auch eine Zusammenfassung in den EU-Nachrichten („Grüner Generalangriff auf die Landwirtschaft“).