Die DZ Bank ist das zentrale Institut von 850 deutschen Kreditgenossenschaften. Hervorgegangen ist sie im 19. Jahrhundert aus einem Ausgleichsinstitut ländlicher Kreditgenossenschaften. Von daher erklärt sich, dass die DZ Bank seit einer Reihe von Jahren die aktuelle Situation und die Zukunftsaussichten der landwirtschaftlichen Betriebe analysiert. Diese Analysen waren bereits in der Vergangenheit durchgängig sehr zurückhaltend, teilweise ausgesprochen pessimistisch ausgefallen. In der vergangenen Woche hat die DZ Bank nun ihre aktuelle Analyse veröffentlicht. Sie prognostiziert ein dramatisches Höfesterben bis 2040; mehr als jedem zweiten Bauernhof drohe das Aus.

Heute wirtschaften in Deutschland noch rd. 267.000 landwirtschaftliche Betriebe. Die DZ Bank erwartet für 2040, dass nur noch 100.000 Landwirtschaftsbetriebe existieren. Deren Hektarausstattung werde sich dementsprechend von heute rd. 62 ha/Betrieb auf 160 ha/Betrieb steigern. Die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft werde hingegen noch einmal abnehmen, nachdem sie bereits in den vergangenen Jahren (1991 z.B. noch 1,9 Mio. Arbeitsplätze) dramatisch auf heute rd. 650.000 Arbeitsplätze geschrumpft sei. Diese Zahl werde sich bis 2040 mutmaßlich noch einmal halbieren.

Das Modell des bäuerlichen Familienbetriebs verblasse immer mehr. An seine Stelle träten zwar in der Regel immer noch inhabergeführte, aber große hoch spezialisierte und betriebswirtschaftlich durchorganisierte Agrarunternehmen. Begünstigt werde diese Entwicklung auch dadurch, dass häufig Erben nicht mehr bereit seien, die elterlichen Betriebe zu übernehmen. Die besten Entwicklungschancen sieht die DZ Bank für bäuerliche Familienbetriebe in der Spezialisierung und/oder in der ökologischen Landwirtschaft. Für letztere, also die ökologische Bewirtschaftung, sprächen dabei insbesondere die durchgängig höheren erzielbaren Margen, im übrigen die geringeren Preisschwankungen im Abgleich mit der konventionellen Landwirtschaft. Die DZ Bank erwartet deshalb, dass 2040 wohl etwa 45.000 Betriebe (heute: 27.000) ökologisch wirtschaften werden.