Etliche Großhändler von Pflanzenschutzmitteln hatten sich zusammengetan, um Preislisten für Pflanzenschutzmittel, jeweils für das Frühjahr und den Herbst, gemeinsam festzulegen. Dabei hatten sie nicht nur die Bruttopreise untereinander abgestimmt, sondern für besonders umsatzstarke Produkte sich auch zusätzlich auf Rabattspannen verständigt, die den Abnehmern eingeräumt werden sollten. Teilweise waren die am Kartell beteiligten Unternehmen so dreist vorgegangen, dass sie die abgestimmten Preislisten nur noch 1:1 auf den jeweiligen Firmenbogen übernahmen.

Die Beiseln AG war aus diesem Pflanzenschutz-Kartell ausgeschert und hatte das Kartell gegenüber dem Bundeskartellamt offengelegt. Dieses hat nun am 13.01.2020 hohe Bußgelder gegen die Beteiligten verhängt, die Beiseln AG allerdings als „Kronzeugin des Verfahrens“ ungeschoren gelassen. Die Bußgelder summieren auf knapp 155 Mio. €. Den Löwenanteil tragen die Branchenführer. Von der Münchener BayWa AG sind knapp 69 Mio. € aufzubringen, von der Agravis Raiffeisen AG knapp 44 Mio. € Bußgeld zu zahlen.

Die BayWa AG und die Agravis Raiffeisen AG haben die gegen sie verhängten Bußgelder selbst offengelegt; weitere beteiligte Unternehmen, etwa die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main, die Karlsruher ZG Raiffeisen und die Hauptgenossenschaft Nord AG in Kiel hüllen sich hingegen in Schweigen, was die Höhe der verhängten Bußgelder angeht.